Jedes Jahr, zum Fest des Heiligen Josef am 18. und 19. März, wird in Montefioralle das traditionelle Frittellenfest gefeiert.
Reisfrittellen sind in der Toskana eine echte Delikatesse: warm, wenig fettig, außen knusprig und innen weich – sie sind das traditionelle Dessert zum „Vatertag“, einem alten Volksfest zu Ehren des bekanntesten Vaters überhaupt (dem Heiligen Josef) sowie aller Väter des Dorfes. Die Feier dieses Heiligen, die später alle Väter des Dorfes einbezog, reicht bis in die Renaissance zurück. Reisfrittellen sind die Süßspeise, die diesem Fest gewidmet ist.
Man darf nicht vergessen, dass die Feier des Heiligen Josef als Schutzpatron der Väter offiziell erst im Jahr 1870 eingeführt wurde, während seine eigentliche Aufnahme in die katholischen religiösen Feierlichkeiten bereits 1480 dank des Heiligen Bernardino von Siena und Giovanni Gerson erfolgte. Erst mit der Zustimmung von Papst Sixtus IV. begann man, den Heiligen Josef – Ehemann Marias und Schutzpatron aller Väter – am 19. März zu feiern, ein Fest, das ab dem 17. Jahrhundert verpflichtend wurde.
In Montefioralle hat dieses Fest eine besondere Bedeutung für die gesamte Gemeinschaft: Auf dem Hauptplatz des Dorfes wird ein riesiger Kessel mit einem Durchmesser von zwei Metern (mit einem Fassungsvermögen von 250 kg Öl!) aufgestellt, um Tausende von Reisfrittellen zu frittieren.
Einige Freiwillige kümmern sich um den „kulinarischen“ Teil des Festes: Sie bereiten den Teig zu, formen die Frittellen und frittieren sie einzeln im großen gemeinsamen Kessel. Diese Tradition wird von Generation zu Generation weitergegeben.
Unsere Familie war besonders eng mit diesem Fest verbunden, da Bruno, der Onkel von Mutter Fausta, zu den Initiatoren dieses Festes gehörte und das Rezept der Frittellen, das noch heute verwendet wird, von ihm stammt.
Die gesamte Familie Castaldi war stets ein aktiver Teil der Gemeinschaft von Montefioralle: Jedes Mal, wenn wir sehen, wie auf dem Platz Frittellen gebraten werden, denken wir an Onkel Bruno und Onkel Giuseppe (genannt „Magnino“), die am großen Kessel standen und Frittellen für alle Dorfbewohner zubereiteten.